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F*ck you, 2021!

Okay, okay! Die Überschrift ist vielleicht ein bisschen sehr negativ. Immerhin war ja nicht alles schlecht an dir 2021. Dafür hatte es das Schlechte aber in sich. Ich erinnere mich, dass ich im Rückblick zu 2020 schrieb, dass ich mich ein wenig vor dir fürchten würde, weil 2020 einfach zu gut zu mir war. Und was soll ich sagen, liebes 2021? Du hast mir übel ins Gesicht getreten und mir das Herz herausgerissen.

Aber fangen wir vorne an. Zu Beginn warst du nämlich eigentlich noch schön, 2021. Im Januar haben wir erfolgreich die Neuausgabe von BRÏN an den Start gebracht und endlich den lange geplanten Online-Shop auf der Website eröffnet. Viele Menschen haben ihn genutzt, um signierte Bücher zu bestellen und dafür zu sorgen, dass du zwei Mal Bücher früher nachdrucken musstest, als erwartet.
Während das Autorenleben gedieh und florierte, hast du aber auch schon den ersten Schatten auf mich geworfen, als bei meinem Miezekätzchen Gizmo eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde, die wenig später um eine chronische Nierenerkrankung erweitert werden sollte.

Tolino StoryDays 2021

Foto: Manuel Gutjahr

In den nächsten Wochen lief es gut mit uns, 2021. Wir hatten tolle Aufträge, kamen mit unseren Schreibprojekten gut voran und im März haben wir uns einem kleinen Schmacht- und Schnulzmodus hingegeben, bevor wir uns im April ein paar freie Tage gegönnt haben. Das war schon schön! Wir haben uns zusammen darüber gefreut, dass Was Preema nicht weiß für weitere Preise nominiert wurde, darunter u.a. der Kurd-Laßwitz Preis. Was für ein Erfolg! 

Überhaupt hat sich das Autorenleben in diesem Jahr weiterhin wahnsinnig gut entwickelt, mich immer wieder überrascht und an neue Orte gebracht. Es gab einen Hörbuchvertrag für Winterhof! Das Hörbuch bekam die großartige Claudia Urbschat-Mingues als Sprecherin, die man als Stimme von Angelina Jolie kennt. Das Fangirl in mir ist eskaliert! Wir hatten tolle Lesungen auf Burg Linn, in Köln und in Warstein, wir haben Bernard Hennen persönlich kennengelernt. Ich wurde zu Interviews und Talkrunden eingeladen, durfte nach Berlin zu den tolino Storydays und BRÏN schaffte es auf die Shortlist des tolino Newcomerpreis. Wir haben die Verkaufszahlen beider Ex-Verlage um Längen hinter uns gelassen und sie doppelt und dreifach getoppt. Du, 2021, hast meine Liebe zum Selfpublishing weiter gestärkt.

Gizmo

Warum mag ich dich also trotz all dieser guten Dinge nicht, 2021? Ganz einfach: im Juni hast du mir Gizmo weggenommen. Du hast mir vorgegaukelt, die Behandlung liefe gut, nur um die Situation von jetzt auf gleich um 180° zu drehen. Jeden Sonntag um 12:47 Uhr schlägt meine interne Uhr seither Alarm und erinnert mich daran, dass es gleich vorbei sein wird, dass wieder eine Woche ohne mein Speckbärchen vergangen sein wird und ich darin versagt habe ihn zu beschützen. Ja, ich weiß, man kann das Alter und den Tod nicht besiegen, aber die Schuldgefühle bleiben, die Fragen an mich selbst. Meine Pläne gerieten aus den Fugen, meine Routinen zerbrachen genauso wie mein Herz. Ich aß zu viel Zucker, machte zu wenig Sport, arbeitete zu viel, um nicht genug Zeit zum Nachdenken zu haben. Ich weinte, stellte Pflanzen statt Leckerchen auf die Kommode, platzierte eine Urne anstelle eines Katzenkörbchens.

Im letzten Quartal hast du dir Mühe gegeben, mich zu trösten, liebes 2021 und das rechne ich dir positiv an. Wir wurden eingeladen, an einer Anthologie für 2022 mitzuwirken, haben einen Tag vor Silvester die Rohfassung von Projekt MsB doch noch fertigstellen und endlich an die Testleserin schicken können. Du hast mir sogar vorsichtig in Aussicht gestellt, dass eines meiner Bücher vielleicht – ganz vielleicht – eine Verfilmung bekommen könnte. Aber da wollen wir erstmal vorsichtig bleiben, nicht wahr?

Wir haben auch viele spaßige Spiele zusammen entdeckt, gute Bücher gelesen, schöne Filme und Serien gesehen. Und irgendwann zwischen Lebkuchen und Yoga-Challenge haben wir unser Lachen, wenn auch zaghaft, wiedergefunden.

Wunderkerzen

Was bleibt mir also am Schluss zu sagen? Vielleicht bin ich zu hart zu dir, liebes 2021. Eigentlich darf ich dir keinen Vorwurf machen. Du hast sehr viele schöne Dinge in meine Richtung gelenkt und dich redlich bemüht, dem Kummer etwas entgegenzusetzen. Vielleicht konnte ich deine Bemühungen bloß nicht so deutlich sehen, weil Tränen meinen Blick getrübt haben. Legst du trotzdem ein gutes Wort bei 2022 für mich ein? Das Loch in meinem Herzen ist noch nicht ganz verheilt und ich könnte eine längere Schonfrist vertragen.

Trenner

Meine Lieben, ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und danke euch für jede Rezension, jeden lieben Kommentar, jedes aufmunternde Wort, das ihr im vergangenen Jahr für mich hattet. 2022 wird es auf jeden Fall noch eine neue Veröffentlichung von mir geben und ab Januar versuche ich meine monatlichen Rückblicke wieder pünktlich zu veröffentlichen, damit ich euch wieder besser mit auf den Weg nehmen kann.

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